Hallo zusammen,
Lea hatte Anfang des Jahres über die DHBW Mosbach die Möglichkeit für mehrere Monate in Finnland zu studieren. Über das Studium im Ausland und natürlich ihre Erfahrungen rund um den Aufenthalt berichtet sie Euch hier.

Lea in Finnland

Wenn man an den Norden Finnlands denkt, kommen vielen Menschen klirrende Kälte, Rentiere und Saunen in den Sinn. Dazu muss ich sagen: Sie haben recht. Gleich zu Beginn meines Aufenthaltes in Ylivieska Anfang Januar, wurde ich mit frostigen -20 °C begrüßt. Glücklicherweise war das in diesem Jahr die maximale Tiefsttemperatur, an die ich mich recht schnell gewöhnte. Auch das Klischee mit den Saunen lässt sich nur bestätigen. Nahezu jedes Haus besitzt eine der berühmten Wärmekammern, was bei diesem Klima auch nicht verwunderlich ist.

Doch nun zum Hauptgrund meines Berichts: Dank des Erasmus-Programms hatte ich die Möglichkeit das vierte Theoriesemester meines Studiums in Finnland anstatt in Mosbach zu absolvieren. Am Außencampus der „Centria University of Applied Sciences“ in Ylivieska studierte ich mit 20 weiteren internationalen Studenten u. a. die Grundlagen des Marketings, der Elektronik und der Logistik. Da an diesem Außencampus nur ungefähr 200 Studenten lernen, konnte man sich gar nicht verlaufen. Die Vorlesungen wurden in Englisch gehalten, was eher eine Herausforderung für die Professoren als für uns Studenten darstellte. Während des Studiums war es möglich viele neue Leute aus den unterschiedlichsten Ländern kennenzulernen. Für mich war das eine der wertvollsten Erfahrungen in dieser Zeit. Zusammen besuchten wir Eishockeyspiele, kochten typisch spanisches, deutsches, afrikanisches bzw. nepalesisches Essen, schauten Filme und spielten Billard im Jugendzentrum. Trotz des kleinen Ortes und den beschränkten Fortbewegungsmöglichkeiten, wurde es nie langweilig. Apropos Fortbewegung: Um nicht immer die zwei Kilometer zur Uni oder in das Ortzentrum laufen zu müssen, lieh ich mir ein Fahrrad. Bei mit eis- und schneebedeckten Straßen war das eine echte Herausforderung.

Das Erkunden des Landes durfte natürlich auch nicht zu kurz kommen. Nach den ersten zwei Monaten des Lernens und Einlebens stand ein großer Trip nach Lappland an. Dort wurde ich von überwältigenden Schneemassen und spektakulären Naturschauspielen, wie den Nordlichtern, überrascht. Außerdem konnte ich an Husky- bzw. Rentiersafaris teilnehmen und ausprobieren, wie es sich anfühlt mit Schneeschuhen wandern oder langlaufen zu gehen. Ein weiteres Highlight war der Ausflug mit der Fähre nach Sankt Petersburg. Die Stadt hat mich ungemein positiv überrascht und beeindruckte mich mit ihrer Geschichte und ihren riesigen Bauwerken. Über die gesamten vier Monate schaffte ich es neben der Uni auch Ausflüge nach Stockholm, Helsinki und weitere kleine finnische Städte zu unternehmen. Ich muss ehrlich sagen, dass mich der Norden Europas begeistert hat.

Am Ende kann ich nur jedem empfehlen, die Möglichkeit ein anderes Land für längere Zeit zu erkunden, wahrzunehmen. Man lernt andere Kulturen und sich selbst besser kennen. Außerdem knüpft man Kontakte mit Menschen aus der ganzen Welt, die man alle mal wieder besuchen kann.

Viele Grüße
Lea



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