Reaktionszeit von Thermometern

Geeignete mechanische Thermometer für einen Prozess auszusuchen, ist keine Minutensache. Bimetallthermometer oder Gasdruckthermometer – allein die Entscheidung über die Art des Thermometers hängt von etlichen Faktoren ab. Eines der wichtigsten Auswahlkriterien ist die Reaktionszeit des Messgeräts.

Wo es auf Schnelligkeit ankommt, geht am Gasdruckthermometer kein Weg vorbei. Nach einer Faustregel braucht dieses mechanische Thermometer etwa 30 Sekunden für eine Temperaturanpassung von 10°C auf 90°C. Ein Bimetallthermometer würde den genannten Endwert erst nach 90 Sekunden anzeigen. Wegen ihrer kurzen Reaktionszeit eignen sich Gasdruckthermometer besonders für eine Integration in Schaltaufgaben.

Die Geschwindigkeitsdifferenz erklärt sich durch die unterschiedliche Funktionsweise der beiden Thermometer-Arten: Im Gegensatz zu einem Bimetallthermometer, das sich des Prinzips von unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten bedient, ist das Messsystem eines Gasdruckthermometers unter Druck mit Helium gefüllt. Eine Temperaturänderung bewirkt im Tauchschaft eine sofortige Veränderung des Innendrucks. Der Druck verformt die Messfeder, deren Auslenkung über ein Zeigerwerk auf den Zeiger übertragen wird.

Schutzrohre beeinflussen die Reaktionszeit

Wie andere Messgeräte auch, müssen mechanische Thermometer in kritischen Prozessen mit einem Schutzrohr kombiniert werden. Dabei ist zu beachten, dass eine solche Hülse einen zum Teil erheblichen Einfluss auf die Reaktionszeit des Thermometers hat. In welchem Umfang, hängt von Werkstoff und Wandstärke des Schutzrohrs ab.

Hinweis
Weitere Einzelheiten zu mechanischen Thermometern finden Sie auf der WIKA-Website unter den Rubriken Zeigerthermometer und Thermometer mit Schaltkontakten.



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