Sicherheit durch Norm DIN 16001

Das Deutsche Institut für Normung hat Neuland erschlossen: Seine DIN 16001 ist die weltweit erste Norm, die sich ausschließlich mit  Hochdruckmanometern auseinandersetzt. Nach den darin beschriebenen Kriterien hat WIKA als erster Hersteller zwei neue Messgeräte dieser Art, die Typen PG23HP-P und PG23HP-S, auf den Markt gebracht.

Sicherheit ist ein wichtiger Prozessfaktor, vor allem im Hochdruckbereich. Speziell Hochdruckmanometer müssen starke Belastungen verkraften, um auch kritischen Situationen standzuhalten. Doch gab es dafür bislang keinen eigenen Standard, nach dem sich die Hersteller, Einkäufer oder Anwender richten konnten. Denn die bis dato einzige Norm für mechanische Druckmessgeräte, die EN 837-1, gilt nur für Drücke bis einschließlich 1.600 bar.

Hochdruckmanometer PG23HP-P

Das neue Hochdruckmanometer PG23HP-P ist bereits nach DIN-Norm 16001 gebaut und qualifiziert. Die dreieckige Begrenzungsmarkierung im Bildausschnitt zeigt den Maximalwert der dauerhaften Druckbelastbarkeit an.

Wichtigste Bestimmungen für Hochdruckmanometer

Bis zur Veröffentlichung der DIN 16001 konnte somit jeder Hersteller seine Hochdruckmanometer beliebig bauen und ohne Kennzeichnung vermarkten. Die neue Norm, von Unternehmen wie WIKA angestoßen, schafft nunmehr Klarheit. Sie ist stark an die EN 837-1 angelehnt, präzisiert jedoch spezielle Kriterien für Hochdruckmanometer. Hier ein Überblick über die wichtigsten Bestimmungen:

  • Die DIN 16001 ist gültig für Messgeräte mit Anzeigebereichen von > 1.600 bar bis 10.000 bar (Nenngröße 100 und 160).
  • Alle Hochdruckmanometer, die gemäß DIN 16001 gebaut werden, müssen zudem zwingend nach der Sicherheitskategorie „S3“ hergestellt und qualifiziert werden. Diese erfordert ein Gehäuse mit Mehrschichten-Sicherheitsglas, eine bruchsichere Trennwand zwischen Messsystem und Zifferblatt sowie eine ausblasbare Rückwand. Dadurch ist das Bedienungspersonal vor dem Manometer im Fehlerfall geschützt, da Messstoffe und Bauteile nur über die Rückseite des Gehäuses austreten können.
  • Die dauerhafte Druckbelastbarkeit von Hochdruckmanometern liegt nach DIN 16001 bei 75% des Skalenendwerts. Kurzzeitig dürfen die Geräte mit vollem Skalenendwert belastet werden. Einem Druck, der über den Skalenendwert hinausgeht, dürfen die Geräte nicht ausgesetzt werden.

Aufwendige Qualifizierung der Hochdruckmanometer

WIKA hat seine beiden neuen Hochdruckmanometer gemäß der DIN 16001 gebaut, qualifiziert und entsprechend gekennzeichnet. Die Qualifizierung ist vor allem wegen der sicherheitsrelevanten Typprüfungen sehr aufwendig. Diese erfordern ein spezielles Equipment, über das WIKA verfügt.

Der Typ PG23HP-P bietet Anzeigenbereiche bis 6.000 bar und eine hohe Anzeigegenauigkeit bis zu Klasse 0,6%. Seine Lastwechselbeständigkeit übertrifft die Mindestanforderungen der Norm bei weitem (10.000 Lastwechsel bei Drücken bis 5.000 bar, 5.000 Lastwechsel bei Drücken von 5.000 bar bis 10.000 bar). Der Typ PG23HP-S ist mit Anzeigenbereichen bis 3.000 bar und der Genauigkeitsklasse 1,6% erhältlich. Er ist vor allem für preissensitive Applikationen ausgelegt.  

Hinweis
Weitere Informationen zu den Typen PG23HP-P und PG23HP-S finden Sie auf der WIKA-Webseite. Zusätzliche Informationen zur DIN 16001 erhalten Sie auf der Webseite des Deutschen Instituts für Normung.



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