Messgeräte für Druck und Temperatur werden nahezu in allen Bereichen der industriellen Herstellung verwendet. Aufgrund von mechanischen, chemischen und thermischen Dauerbelastungen altern diese Instrumente und können daher im Laufe der Zeit keine Gewährleistung auf die Messwerte liefern. Durch eine rechtzeitige Kalibrierung kann jedoch die Veränderung des Messwertes festgestellt werden und somit, falls nötig, die Justage erfolgen. Darüber hinaus geben Normen und Richtlinien den Herstellern vor, Prüfmittel, die direkten und indirekten Einfluss auf die Qualität haben, zu kalibrieren. Unter anderem wird dies in der Norm ISO 9001 aufgeführt. Zum besseren Verständnis werden im Folgenden die Begrifflichkeiten der Kalibrierung und Justage erläutert.

In der Messtechnik bedeutet „Kalibrieren“, die Messabweichungen am vollständigen Messgerät festzustellen. Beim Kalibrieren erfolgt kein technischer Eingriff am Messgerät wie z. B. Nullpunktabgleich, Spanne und Linearität einstellen etc.. Bei anzeigenden Messgeräten wird durch das Kalibrieren die Messabweichung zwischen Anzeige und dem als richtig geltenden Wert der Messgröße festgestellt. Bei Maßverkörperungen, z. B. Massen, wird die Messabweichung zwischen der Aufschrift und dem richtigen Wert bestimmt. Bei Messketten stellt man die Messabweichung zwischen dem Wert des Ausgangssignales und dem Wert, den dieses Signal bei idealem Übertragungsverhalten und vorgegebenem Eingangswert haben müsste, fest.

„Justieren“ bedeutet, ein Messgerät (auch eine Maßverkörperung) so einzustellen oder abzugleichen, dass die Messabweichungen möglichst klein werden oder dass die Beträge der Messabweichungen die Fehlergrenzen nicht überschreiten. Das Justieren erfordert also einen Eingriff, der das Messgerät oder die Maßverkörperung meistens bleibend verändert, z. B. den Zeiger neu zu positionieren oder ein neues Zifferblatt aufzubringen.

Hinweis
Weitere Informationen zu unseren Kalibriergeräten und Serviceleistungen finden Sie auf der WIKA-Webseite.



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