Abbildung Langzeitdrift vs Langzeitstabilität

In den Datenblättern von Drucksensoren wird meist ein Wert zur Langzeitstabilität oder des Langzeitdrifts angegeben. Die genaue Bedeutung und vor allem eine Abgrenzung der beiden Begriffe ist allerdings den wenigsten Anwendern geläufig. Welche Normen sind den beiden Begriffen hinterlegt? Langzeitdrift und die damit verbunden notwendigen Versuche sind in der Norm EN 61298 festgehalten. Die Langzeitstabilität ist in der DIN 16086 definiert.

Wie unterscheiden sich Langzeitdrift und Langzeitstabilität? Bei der Langzeitdrift wird gemäß EN 61298-2, Kapitel 7.2 ein Druckwert von 90 % der Messspanne für 30 Tage aufrecht erhalten. Vor und nach dem Test werden Nullpunkt und Spanne-Signal vermessen. Die maximale Abweichung beider Messungen (vor und nach der Belastung) entspricht der Langzeitdrift nach EN 61298-2. Die Langzeitstabilität ist in der Norm DIN 16086 als „maximale Änderung von Nullsignal und Ausgangsspanne eines Druckmessgerätes unter Referenzbedingungen innerhalb eines Jahres“ festgelegt. Theoretisch müsste man also einen Sensor für ein Jahr bei Referenzbedingungen lagern, um eine Angabe zur Langzeitstabilität zu erhalten. Als Validierung hierzu werden aber in der Regel Auslagerungen der Sensoren unter erhöhter Temperatur angewendet, welche die Testdauer verkürzen. Der grundlegende Unterschied ist also: der Langzeitdrift wird unter Druckbeaufschlagung ermittelt, die Langzeitstabilität nicht mit Druckbeaufschlagung, sondern rein über die Alterung der Komponenten des Druckmessumformers.

Wie entwickelt sich das Ausgangssignal über mehrere Monate oder Jahre? Der Fehler entwickelt sich nicht linear über Jahre weiter, sondern kommt nach einer gewissen Zeit zur Sättigung (exponentieller Verlauf). Eine Angabe wann dieser Sättigungszustand erreicht ist, ist von der jeweiligen Applikation abhängig und kann nicht pauschal gemacht werden. Im Zweifel müsste eine individuelle sehr aufwändige Validierung entsprechend der Applikation durchgeführt werden.



Kommentar verfassen