Pegelsonden (wie z. B. Typ LH-20 von WIKA) werden bestimmungsgemäß in Tauchanwendungen eingesetzt, d. h. vollständig ins Medium eingetaucht und müssen daher jederzeit einer maximalen Mediumsbelastung standhalten. Ob in der Wasser- und Abwasseraufbereitung oder auch in der Tanküberwachung, ein Flüssigkeitseintritt kann durch den Pegelsondenkörper selbst, durch das Kabel oder auch durch das Kabelende der Pegelsonde erfolgen.

Als Anwender kann man den Flüssigkeitseintritt am Drucksensor bzw. Sensorgehäuse nur durch die Produktauswahl beeinflussen um Ausfällen vorzubeugen. Es empfiehlt sich hierbei eine qualitativ hochwertige Pegelsonde auszuwählen, die speziell und ausschließlich für die Zielanwendung konstruiert und getestet wurde. Einen Standard-Drucksensor mit einem Kabelausgang  “passend zu machen“, sollte man in solch fordernden Einsatzumgebungen unbedingt vermeiden, auch wenn solche „Pegelsonden“ oftmals am Markt angeboten werden.

Grundsätzlich muss auch ein für das zu messende Medium geeignetes Drucksensor- bzw. Gehäusematerial gewählt werden, um chemische Zersetzungsprozesse und Korrosion zu vermeiden. Für die einfache Anwendung in unkritischen Medien, genügt die Wahl eines rostfreien Edelstahls der Güte 316L . In bestimmten Anwendungen und/oder kritischen bzw. aggressiven Medien hingegen, empfiehlt sich der Einsatz eines speziellen, dem Medium angepassten Pegelsondenmaterials, wie z. B. Hastelloy.

Die Gefahr des Flüssigkeitseintritts über das Kabel in die Pegelsonde stellt den Anwender vor eine ähnlich schwierige Wahl. Das Einsatzmedium sowie die technischen Kabeleigenschaften müssen in die Kaufentscheidung einer Pegelsonde zwingend einfließen. So muss der Anwender je nach Aggressivität der zu messenden Flüssigkeit das passende Kabelmaterial wählen. Kabel aus PUR können für die gängigen, unkritischen Anwendungen eingesetzt werden, wohingegen ein FEP-Kabel auch unter höheren Anforderungen wie aggressiven Flüssigkeiten höchste Medienbeständigkeit und damit Prozesssicherheit bietet.

Weiterhin muss insbesondere bei den typischen Wasserapplikationen in Brunnen oder tieferen Geässern zwingend die Messtiefe, sprich Druckbelastung, beachtet werden, da das jeweilige Kabelmaterial nur bis zu einer spezifizierten maximalen Eintauchtiefe eine gesicherte Querwasserfestigkeit garantiert. Dies hat zur Folge, dass bei einem Kabel mit einer Querwasserfestigkeit von 10 bar ein Feuchtigkeitseintritt unter höherer Druckbelastung als der spezifizierten 10 bar bzw. ca. 100 m Wassersäule auftreten kann.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die zulässige Streckbelastung des Kabels der Pegelsonde. In  Anwendungen in großer Tiefe kann das Gewicht der Pegelsonde und des hängenden Kabels zu einer Streckung des Kabels und somit zu einer Schwächung des Kabelmantels führen. Eine Schwächung des Kabelmantels führt in der Folge zu einer Verschlechterung der technischen Eigenschaften und möglicher Flüssigkeitsdurchlässigkeit.

Nicht zuletzt muss die mechanische Beschädigung des Kabelmantels verhindert werden. Ein Aufscheuern oder sogar Anritzen des Pegelsondenkabels über eine scharfe Kante sowie die unsachgemäße Handhabung in der Installation auf Grund ungeeigneten Werkzeugeinsatzes kann einen Feuchtigkeitseintritt in die Tauchsonde durch den Kabelmantel verursachen. Eine geschickte Führung des Kabels durch Hilfsmittel wie Kabelabspannklemmen kann die Zugbelastung des Kabels reduzieren und ein Aufscheuern des Kabelmantels vermeiden. Kabelabspannklemmen können als Zubehörteil zu jeder Pegelsonde bestellt werden.

Sollte die Pegelsonde in bewegten Medien, wie z. B. fließenden Gewässern oder Tanks mit Rührwerken eingesetzt werden, so empfiehlt sich der Einsatz einer Kabelführung durch ein Schutz- bzw. Peilrohr, um auch hier mechanische Belastungen durch ein Aufscheuern des Kabels oder plötzliche Stoßwirkungen zu vermeiden.

 

Hinweis
Bei weiteren Fragen zur Produktauswahl steht Ihnen unser Customer Support gerne zur Verfügung.

Benötigen Sie weitere Informationen zu den WIKA-Pegelsonden LS-10 (Standard) oder LH-20 (High-Performance)?

 

 

 



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