Drucküberwachung unter Hochdruck: Visbreaking-Anlagen sind Teil einer Erdölraffinerie.

Drucküberwachung unter Hochtemperatur ist eine anspruchsvolle Messaufgabe. Dazu bedarf es eines speziell ausgelegten Druckmittlers. WIKA hat mit Typ 990.45 ein solches Gerät im Portfolio und erhielt deswegen den Zuschlag des Betreibers einer Erdöl-Raffinerie. Dieser hatte eine Druckmesslösung für den Bau einer neuen Visbreaking-Anlage gesucht.

Visbreaking („Viscosity breaking“) ist ein thermisches Crackverfahren. Es reduziert die Viskosität von Restöl und erhöht somit die Ausbeute an wertvolleren Mitteldestillaten. Die entsprechenden Anlagen in den Raffinerien erhitzen die schweren Rückstände aus der Rohölverarbeitung unter Druck auf etwa 450 °C. Das Erreichen des gewünschten Umwandlungsgrads hängt von der exakten Steuerung sowohl der Betriebstemperatur als auch des Drucks ab.

Drucküberwachung unter Hochtemperatur erfordert Messsystem mit Kapillarleitung

Der Druckmittler Typ 990.45 von WIKA ist für Temperaturen bis 450 °C ausgelegt.

Der Druckmittler Typ 990.45 von WIKA eignet sich zur Anbindung von Manometern und Prozesstransmittern an Hochtemperatur-Prozesse.

Das Verfahren erfordert eine kontinuierliche Drucküberwachung unter Hochtemperatur. Für einen Einsatz bei Temperaturen bis zu 450 °C sind herkömmliche Messgeräte nicht geeignet. Der Anschluss an den Prozess muss daher über einen speziellen Druckmittler wie Typ 990.45 von WIKA erfolgen. Dessen innenliegende Membran und die anderen messstoffberührten Teile sind aus hochwertigem CrNi-Stahl gefertigt.

Druckmittler und Messgerät werden aufgrund der hohen Temperaturen in der Regel mit einer flexiblen Kapillarleitung verbunden. Diese Verlängerung der Strecke zwischen Prozessanschluss und Messgerät ist notwendig, um die Ablesbarkeit zu gewährleisten. Bei der Systemfüllflüssigkeit zur Drückübertragung handelt es sich um ein entsprechendes Hochtemperatur-Silikonöl.

Der Druckmittler schützt das angebaute Messgerät nicht nur vor thermischen Auswirkungen, sondern auch vor etwaigen prozessbedingten Ablagerungen und Verunreinigungen. Der Kunde entschloss sich deswegen zu einer Ausführung mit integrierten Spülbohrungen. Damit lässt sich die Druckmittlermembran zeitsparend bei montiertem Messsystem reinigen. 

Druckmittlersystem mit integriertem Manometer und „Ex h“-Eignung

Bei der Instrumentierung der insgesamt 28 Messstellen zur Drucküberwachung unter Hochtemperatur entschied sich der Raffineriebetreiber für das WIKA-Manometer Typ 233.50 mit Nenngröße 160. Dessen Gehäuse ist flüssigkeitsgefüllt und widersteht daher Vibrationen sowie dynamischen Druckbelastungen. Im Zusammenbau mit dem Druckmittler Typ 990.45 verfügt der Betreiber damit über ein Messsystem der Genauigkeitsklasse 1.0. Es erfüllt außerdem die Bedingungen der Zündschutzart „Ex h“ in den Gerätekategorien 2G und 2D.

Hinweis
Auf der WIKA-Webseite finden Sie weitergehende Informationen zum Hochtemperatur-Druckmittler Typ 990.45 und dem Manometer Typ 233.50 (erhältlich auch im WIKA Online-Shop). Mit dem Druckmittler lassen sich sowohl Manometer als auch Prozesstransmitter an einen Prozess anschließen. Auf der Webseite finden Sie zudem einen Überblick über weitere Messlösungen für die Öl- und Gas-Industrie. Bei Fragen steht Ihnen Ihr Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

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