Trinkwassereignung von Messgeräten

Im Zusammenhang mit der Trinkwassereignung von Messgeräten tauchen vermehrt die Begriffe Trinkwasserverordnung, UBA-Positivliste, 4MS-List, Metall-Bewertungsgrundlage auf. Dieser Beitrag soll bezüglich der Eignung von metallischen Werkstoffen etwas Licht ins Dunkel bringen.

Zum Wohle Europäischer Bürger

Wie in Abb.1 dargestellt, ist die Richtlinie 98/83/EG Grundlage der gesamten Diskussion. Ziel dieser Richtlinie ist es, eine gleichbleibend hohe Trinkwasserqualität innerhalb der Europäischen Union zu sichern.

Trinkwassereignung

Abb. 1: Regularien bezüglich der Trinkwassereignung von Metallen in Deutschland

Trinkwassereignung – die Umsetzung in Deutschland

Richtlinien der EU haben Gesetzeskraft und müssen von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Für Deutschland wurde dies über die Trinkwasserverordnung 2001 und die vom Umweltbundesamt herausgegebene Metall-Bewertungsgrundlage (UBA-Positivliste) realisiert. Die Inhaber von Wasserversorgungsanlagen müssen die Trinkwassereignung aller Komponenten dieser Anlagen sicherstellen. Dies erfolgt, indem bei der Installation nur Komponenten bzw. Geräte genutzt werden, deren Werkstoffe in dieser Liste enthalten sind.

Für WIKA, als Produzent von Messgeräten, ist die Metall-Bewertungsgrundlage von hoher Wichtigkeit. Es handelt sich um eine sogenannte Positivliste, die alle für Trinkwasseranwendungen zugelassenen Werkstoffe beinhaltet. Seit dem 10.04.2017 ist diese Liste verbindlich. Nur Werkstoffe, die in dieser Liste enthalten sind, dürfen mit Trinkwasser in Berührung kommen.

Manometer

Abb. 2: Die Bedeutung am Manometer erklärt

Die Bedeutung am Beispiel Manometer erklärt

In jedem Wohnhaus finden sich ein oder mehrere Manometer im Trinkwasserkreislauf. Sie zeigen den vorherrschenden Druck im Kreislauf an.

Der blau schraffierte Bereich kennzeichnet die Bauteile, die mit dem Medium in Berührung kommen. Das Medium, in diesem Fall Trinkwasser, strömt über den Anschluss in den Federträger und die Rohrfeder ein. Die Rohrfeder wird proportional zum Druck des Trinkwassers ausgelenkt. Über das Zeigerwerk wird der Druck auf dem Zifferblatt dargestellt.

Die Voraussetzung dafür, dass ein Manometer in einem Trinkwasserkreislauf eingesetzt werden darf, ist die Einhaltung der Trinkwasserverordnung. Das bedeutet, Federträger und Rohrfeder müssen aus Materialien gefertigt sein, welche in der UBA-Metall-Bewertungsgrundlage aufgeführt sind.

Ein gängiger Werkstoff fehlt(e)

Die medienberührten und damit für die Trinkwassereignung relevanten Bauteile sind im Beispiel des Rohrfedermanometers: der Federträger und die Rohrfeder. Die bislang am häufigsten verwendeten Materialien sind:
Federträger: CW614N (CuZn39Pb3), Rohrfeder: CW453K (CuSn8).

Hiervon ist der Werkstoff CW453K in der UBA-Metall-Bewertungsgrundlage (Ausgabebestand 26.3.2018) bislang nicht enthalten. In der neuesten Ausgabe der 4MS Common Composition List (9. Revision vom 11.4.2018) ist CW453K bereits enthalten. Somit steht zu erwarten, dass dieser Werkstoff auch in der nächsten Revision (voraussichtlich Ende 2018) der UBA-Metall-Bewertungsgrundlage enthalten sein wird. Bis dahin ist die Nutzung dieses Werkstoffes im Trinkwasserbereich formal nicht zulässig.

Die Lösung: Trinkwassergeeignete Manometer von WIKA

Eine 100-prozentige Lösung bietet WIKA seinen Kunden durch spezielle Materialpaarungen an:
Variante 1: Federträger und Rohrfeder aus Edelstahl (Edelstähle können ohne Ausnahme verwendet werden)
Variante 2: Federträger: CW614N (CuZn39Pb3), Rohrfeder: CW508L-DW (CuZn37)

Fazit

Die UBA-Positivliste oder korrekt Metall-Bewertungsgrundlage ist ein wichtiger Baustein bei der Auslegung von Messgeräten für Trinkwasseranwendungen. Kunden und Hersteller tun gut daran, bei der Beschaffung von Messgeräten für Wasseranwendungen untereinander eindeutig zu kommunizieren, ob es sich dabei um Trinkwasser handelt. Nur so kann die Konformität mit den Regularien gewährleistet werden.

Hinweis
Da die Metall-Bewertungsgrundlage des Umweltbundesamtes auf der 4MS Common Composition List basiert, sind in Deutschland zugelassene Werkstoffe auch für die Nutzung in den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien geeignet (über die Gültigkeit der 4MS Common Composition List in Großbritannien – nach erfolgtem Austritt aus der EU – liegen keinerlei Informationen vor). Die übrigen EU Mitglieder haben derzeit noch keine vergleichbaren Regularien zur Umsetzung der EU Richtlinie verabschiedet.

Erfahren Sie mehr über die Metall-Bewertungsgrundlage sowie zur 4MS Common Composition List über die Webseite des Umweltbundesamtes.

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