Zertifizierung für Brandschutz-Anwendungen

Der Begriff Zertifizierung setzt sich aus den beiden lateinischen Wörtern: „certe“ (bestimmt, sicher) und„facere“ (machen) zusammen. Die Zertifizierung beschreibt eine gängige Praxis mit welcher die Erfüllung sowie Einhaltung gewisser Standards bzw. Anforderungen realisiert und überprüft werden soll.

In der Regel können Produkte, Dienstleistungen, Verfahren, Personen sowie Systeme zertifiziert werden. Üblicherweise werden die Zertifizierungen und die zugrunde liegende Konformitätsbewertung von unabhängigen Zertifizierungsstellen durchgeführt. Bei der Zertifizierung für Brandschutz-Anwendungen haben sich die folgenden drei Zertifizierungsstellen bzw. Anerkennungszeichen besonders etabliert.

Führende Zertifizierungsstellen für Brandschutz-Anwendungen

  • VdS – Schadenverhütung GmbH
    Der VdS mit Hauptsitz in Köln gehört heute zu den renommiertesten Institutionen für die Unternehmenssicherheit mit den Schwerpunkten Brandschutz, Security und Naturgefahrenprävention. Zu den Dienstleistungen, die das Unternehmen anbietet, zählen neben Zertifizierungen von Produkten auch Risikobeurteilungen, Prüfung von Anlagen und ein breites Bildungsangebot. Besonders im Brandschutz genießt das VdS-Gütesiegel einen ausgezeichneten Ruf und ist im deutschsprachigen Raum auf jeglicher Ausrüstung für die Verwendung im Brandschutz gefordert. Als Grundlage für die Kennzeichnung mit dem VdS-Gütesiegel dient ein Anerkennungsverfahren auf Basis anwendbarer DIN-, EN- und ISO-Standards sowie VdS-eigene Richtlinien.

  • LPCB – Loss Prevention Certification Board
    Das Loss Prevention Certification Board ist Teil der BRE (Building Research Establishment) Group. Die BRE Group befasst sich mit der Forschung, Beratung und Prüfung im Baugewerbe. Zu den Dienstleistungen zählen auch Zertifizierungen und Anerkennungen u. a.  im Bereich Brandschutz und Sicherheit. Diese Zertifizierungen unter der Marke und des Logos des LPCB sind vor allem in Großbritannien, dem Mittleren Osten und dem asiatisch-pazifischen Raum von Bedeutung. Ebenso wie dem VdS, dienen dem LPCB anwendbare EN-, ISO-Standards sowie eigene Richtlinien als Grundlage der Zertifizierung. Mittlerweile gibt es zwischen dem VdS und dem LPCB eine Kooperation mit dem Ziel, bestehende Zertifizierungen sowie Prüfungen anzuerkennen und damit das Zertifizierungsverfahren zu vereinfachen bzw. zu beschleunigen.

  • UL – Underwriters Laboratories
    Underwriters Laboratories – gegründet im Jahre 1894 – ist ein US-amerikanischer Produktzertifizier. Im Gegensatz zum VdS oder dem LPCB erstrecken sich die Zertifizierungen nicht nur auf das Bauwesen, Brandschutz und Sicherheit, sondern auf ein breitgefächertes Spektrum. Dieses Spektrum umfasst z. B. Standards für Kälteanlagen, Lithium Akkus, Eismaschinen, Verkabelung. Vor allem auf dem amerikanischen Markt, auf welchem VdS und LPCB nicht vertreten sind, ist die UL-Zulassung von besonderer Bedeutung. Aber auch im Mittleren Osten oder dem asiatischen Raum spielt die UL-Zertifizierung für Brandschutz-Anwendungen eine große Rolle.

Das Anerkennungsverfahren

In der Regel wird das Anerkennungsverfahren vom Hersteller bzw. dem Anbieter der Dienstleistung bei der jeweiligen Zertifizierungsstelle angestoßen. Zunächst muss der Antragsteller die entsprechende Produkt bzw. Projektdokumentation zur Prüfung bei der Zulassungsstelle einreichen. Daraufhin erarbeitet die Prüfstelle auf Basis der anzuwendenden nationalen, internationalen und der Richtlinien der Zertifizierungsstelle einen Prüfplan. Im Falle von Druckmessgeräten und Druckschaltern für den Einsatz im Brandschutz kann z. B. die DIN EN 12094 – 10, welche die Prüfungen und Anforderungen an die Bauteile regelt, als Grundlage dienen. Die darin enthaltenen Prüfungen sollen sicherstellen, dass die Anforderungen der Standards und Richtlinien erfüllt werden. So werden u. a. Funktionsprüfungen, Temperaturprüfungen, aber auch Korrosionsprüfungen in Schwefeldioxid-Atmosphäre durchgeführt.

Ein positiver Prüfbericht ist zur Erlangung der Zertifizierung zwingend notwendig. Danach erfolgt die Bestätigung der Konformität mit Ausstellung des Zertifikates. Mit Ausstellung des Zertifikates darf das Produkt bzw. die Dienstleistung das Anerkennungszeichen tragen. Üblicherweise wird das Zertifikat mit einer Gültigkeitsdauer von wenigen Jahren versehen. Auch nach Ausstellung des Zertifikates sind während der kompletten Gültigkeitsdauer Produktüberwachungsmaßnahmen wie z. B. regelmäßige Fertigungsaudits und Produktüberprüfungen notwendig. Sowohl die Anerkennungsverfahren als auch die nachgelagerten Überwachungsmaßnahmen sind sehr kostenintensiv, bieten dem Träger der Anerkennung jedoch auch weitreichende Vermarktungsmöglichkeiten und Wettbewerbsvorteile.

Fazit

Die Zertifizierung für Brandschutz-Anwendungen wird von den drei größten Anerkennungszeichen des VdS, LPCB und UL beherrscht. So gut wie keine Löschanlage wird ohne die Zertifizierung ausgeliefert. Dementsprechend vereinfacht auch der Einsatz von zertifizierten Komponenten den Bau und die Zulassungsverfahren der OEMs. Daher bietet auch WIKA bereits zugelassene Manometer und Komponenten an.

Hinweis
WIKA bietet für Brandschutz-Anwendungen sowohl zugelassene Manometer als auch Komponenten an. Beispielsweise sind der Manometer Typ 111.12.040 sowie die Manometer mit Schaltkontakt Typ PGS11.040 und Typ PGS21.050  nach VdS sowie nach LPCB als Geräte für den Einsatz in Feuerlöschanlagen zugelassen. Damit ist WIKA der einzige Hersteller weltweit, welcher sowohl VdS- als auch LPCB-zugelassene Manometer bzw. Manometer mit Schaltkontakt im Produktprogramm hat. Zudem sind die Geräte für den Einsatz in Feuerlöschanlagen mit UL-Anerkennung geeignet. Sollten Sie weitere Fragen haben, steht Ihnen Ihr Ansprechpartner gerne zur Verfügung.



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