Die Auswahl des richtigen Kabels oder der richtigen Leitung zur Signalübertragung an Ihrer Maschine hat entscheidenden Einfluß auf die Maschinenverfügbarkeit.

Üblicherweise wird bei der Instrumentierung von Maschinen und Anlagen der Auswahl der richtigen Sensorik viel Zeit gewidmet. Der Anwender legt fest, welche Messprinzipien zum Beispiel zur Füllstandsmessung eingesetzt werden, welche Versorgungsspannung die Maschine erhalten soll und welche Art von Signalübertragung verwendet wird.

Problematisch sind üblicherweise die in den Schaltplänen lediglich als Verbindungslinien zwischen Sensor und SPS dargestellten Kabel. Dies stellt ein interessantes Paradoxon in der Automatisierungstechnik dar – ein Sensor wird auf höchste Anforderungen geprüft, um sicherzustellen, dass er der Applikation genügt, wohingegen ein Kabel lediglich als Komponente gesehen wird, welcher unter allen Umständen eine sichere Verbindung unterstellt wird. Oftmals liegt jedoch im Kabel und Stecker eine der häufigsten Fehlerquellen versteckt.

Genau an dieser Stelle liegen ungeahnte Potentiale, wie Sie Ihre Maschinenverfügbarkeit deutlich erhöhen können. Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass renommierte Kabelhersteller Sensorausfälle an Maschinen in hohen zweistelligen Prozentbereichen auf mechanisches Versagen des Kabels durch fehlerhafte Installation, Handhabung und vor allem Auswahl von ungeeigneten Kabeln für die jeweilige Applikation zurückführen.

Grundsätzlich gibt es keine Patentlösung, welches Kabel und welcher Steckverbinder für Ihre Applikation am besten geeignet ist. So werden zum Beispiel bei Pegelsonden zur Füllstandmessung in Tiefbrunnen keine hohen Anforderung an die Flexibilität des Kabels gestellt, jedoch sehr wohl an die Zugbelastbarkeit, sowie die Längs- und Querwasserfestigkeit. Steckverbinder finden bei Pegelsonden auf Grund der mangelnden Dauerdichtigkeit wenig Verbreitung.

Bei Werkzeugmaschinen, die in Fabrikhallen aufgestellt werden, wird üblicherweise einfachstes Kabelmaterial mit einfachen M12-Steckverbindern verwendet. Hierbei kann jedoch die Verwendung eines geeigneten Kabels, das dauerhaft den Umgebungsbedingungen wie z.B. Temperaturschwankungen widersteht und Beständigkeit gegen Öle und Fette aufweist, die Verfügbarkeit Ihrer Maschine enorm erhöhen. Ebenso vermeiden Sie durch die Verwendung von vorkonfektionierten Kabelsätzen mit fabrikseitig konfektionierten Steckverbindern Ausfallrisiken durch unsachgemäße Vor-Ort-Konfektion.

Es ist daher ein Trugschluss, dass alle Kabel gleich sind und jedes beliebige Kabel mit der benötigten Leiteranzahl geeignet ist für eine Applikation. In einem meiner vorherigen Beiträge habe ich einen kurzen Überblick über die wichtigsten Kriterien für die Auswahl von Kabeln und Steckverbindern gegeben. Verwenden Sie etwas Zeit darauf, für Ihre Anwendung das geeignete Kabel zu spezifizieren. Überlegen Sie, welche Anforderungen Ihr Steckverbinder zur Sensorik und zur SPS hin erfüllen muss. Ein individuell auf Ihre Maschine abgestimmtes Verkabelungskonzept bietet Ihnen eine messbare Erhöhung der Maschinenverfügbarkeit und größere Sicherheit im laufenden Betrieb.

Hinweis
Sollten Sie eine Beratung in der Spezifikation eines geeigneten Drucksensors und zugehörigen Kabels / Steckers benötigen, steht Ihnen Ihr Ansprechpartner gerne zur Verfügung.



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