druckstosspruefung-adiabatische-kompression

Unter adiabatischer Kompression versteht man eine schlagartige Temperaturerhöhung in Folge eines Druckstoßes. Bei gasförmigen Medien kommt es zu solchen Temperaturerhöhungen, da die thermische Energie, die auf Grund der Druckänderung frei wird, nicht schnell genug an die Umgebung abgegeben werden kann.

Gerade bei Drucksensoren in medizinischen Geräten ist ein Druckstoß gefährlich, da diese mit medizinischem Sauerstoff in Berührung kommen. Ein erhöhter Sauerstoffgehalt gegenüber der Erdatmosphäre (ca. 20 %) führt zu einer Absenkung der Zündenergie für eine Verbrennungsreaktion. In medizinischen Geräten, die z. B. zur Beatmung genutzt werden und zum Teil mit reinem Sauerstoff arbeiten, kann also durch Verschmutzungen innerhalb der Gasversorgung eine Verbrennungsreaktion in Gang gesetzt werden. Dies gefährdet die Sicherheit des Gerätes und des Patienten.

Sogenannte „Druckstoßprüfungen“ wie sie z. B. von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) durchgeführt werden, dienen dazu festzustellen, welchem maximalen Betriebsdruck ein Material oder ein Drucksensor bei welcher Umgebungstemperatur standhält. Eine Prüfung gilt hierbei als bestanden, wenn am Drucksensor keine „Anschmorungen“ an Dichtungen feststellbar sind.

Eine Druckstoßprüfung eines Drucksensors für medizinische Geräte (z. B. WIKA Typ MG-1) bescheinigt also nicht nur den maximalen Betriebsdruck bei einer vorgegebenen Umgebungstemperatur, sondern auch indirekt, ob der Sensor ausreichend gereinigt ist, um in Beatmungsgeräten verwendet zu werden.



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