Über Zeiteinstellungen im Druckschalter lassen sich Ausreißerwerte herausfiltern.r

Bei jedem elektronischen Druckschalter lassen sich Zeiteinstellungen vornehmen. Mit ihrer Hilfe bereinigen Anwender die Messung des Druckverlaufs in der Applikation sowie die Anzeige des Messwerts um nichtsignifikante „Ausreißer“. Sie erhalten folglich ein geglättetes Ergebnis der Druckmessung. Es gibt zwei Arten der Zeiteinstellung.

1. Verzögerungszeiten

Abb.1_Druckverlauf

Abb. 1: So reagiert ein Druckschalter mit eingestellter Verzögerungszeit auf einen Druckverlauf.

Für alle Schalt- und Rückschaltpunkte können unabhängig voneinander Verzögerungszeiten eingestellt werden. Sie dienen dazu, Druckänderungen von kurzer Dauer „herauszufiltern“. Damit es am Schaltausgang zu einem elektrischen Signalwechsel kommt, muss der Druck für diese Zeit und ununterbrochen am Schalt- bzw. Rückschaltpunkt anliegen. Dazu ein Beispiel: Ein elektronischer Druckschalter soll der Steuerungseinheit ein Überschreiten des Betriebsdrucks von 8 bar signalisieren, die Schaltverzögerungszeit beträgt in dem Fall 1 s. Der Druck überschreitet den Schaltpunkt und steigt auf 8,1 bar. Nach 0,7 s fällt der Druck wieder ab und bleibt unter 8 bar. Aufgrund der festgelegten Verzögerungszeit reagiert der Druckschalter auf die Druckänderung nicht, und es kommt somit zu keinem Signalwechsel am Schaltausgang. Dieser Schritt erfolgt erst dann, wenn der Druck nach Ablauf von 1 s immer noch bei 8,1 bar liegt.

2. Dämpfungszeiten

Abb. 2: Konzept einer Dämpfungszeit im Allgemeinen (Prinzipskizze).

Die zweite der Zeiteinstellungen bei einem Druckschalter ist die Dämpfungszeit. Sie ist für die Digitalanzeige, die Schaltausgänge und den Analogausgang unabhängig voneinander einstellbar. Die Dämpfungszeit bewirkt ein Mitteln der Messwerte vor deren Abbildung. Bei rasch schwankendem Druck lässt sich somit zum Beispiel der im Display angezeigte Messwert stabilisieren und ein etwaiges Analogsignal glätten.

Das sorgt zum einen dafür, dass Messwerte einfacher abgelesen werden können. Zum anderen verhindert die Dämpfungszeit, dass die Regelung auf sämtliche Schwankungen unmittelbar reagiert. Etwaige Verzögerungszeiten für Schaltausgänge lassen sich damit ebenfalls kombinieren. Das kann beispielsweise bei pneumatischen Anlagen notwendig sein. Denn dort verursachen Druckluftzylinder mit unterschiedlichen Kolbendurchmessern und Hüben ein Schwanken des Drucks bei Vor- und Rückhüben. Dieses Verhalten ist typisch für den normalen Betrieb. Es erfordert daher kein Eingreifen der Steuerung beziehungsweise Regelung.

Zeiteinstellungen beim Druckschalter PSD-4

In welchen Spannen sind Zeiteinstellungen bei einem Druckschalter möglich? Der PSD-4 von WIKA zum Beispiel ermöglicht in beiden Fällen einen Spielraum bis 65,00 s. Der Anwender kann die Verzögerungszeit in Schritten von 50 ms und die Dämpfungszeit in Schritten von 100 ms einstellen. Werksseitig voreingestellt ist lediglich die Dämpfungszeit für die Digitalanzeige (0,20 s).


Hinweis

Weitere Informationen zu elektronischen Druckschaltern erhalten Sie auf der WIKA-Webseite. Bei Fragen steht Ihnen Ihr Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

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